Am 12. April 1945 entfernen sich 10 polnische Soldaten im ostholländischen Emmen unerlaubt von der Truppe; sie haben gerüchteweise gehört, dass irgendwo in der Nähe ein polnisches Frauenlager unter deutscher Kontrolle existieren soll. Nach kurzer wilder Fahrt durch das Moor stoßen die 10 in der Tat auf ein Lager, „befreien“ es und treffen 1.726 Kombattantinnen des Warschauer Aufstands, die sich dort seit Ende 1944 aufhalten. Unter einer relativ liberalen Lagerleitung gelang es ihnen, ein Selbstverwaltungsmodell zu verwirklichen, dass sie einer der größten konspirativen Unter-nehmungen der Weltgeschichte abgeguckt hatten – dem polnischen Untergrundstaat. Die Verteilung von Lebensmitteln nach Bedürftigkeit, medizinische Versorgung, Schul- und Universitätsausbildung standen in eigener Obhut. Die einsamen Abende im Moor wurden mit Theateraufführungen, literarischen Lesungen, Volkstänzen etc. ausgefüllt. Viele der Frauen fühlten sich von ihren Verbündeten verraten, heimatlos; sie wollten nicht zurück nach Polen, wo ein sowjet-russisches Marionettenregime herrschte. Es scheint, als ob paradoxerweise das Lager ihre einzige Heimat gewesen sei. Zahlreiche Zeitzeuginnen werden in diesem Dokumentarfilm ihre Erlebnisse in dem Lager reflektieren.

Produktion ICON FILM (ab 07/07 COIN FILM)
Koproduktion Meyer Filmproduktion
Weltpremiere Kasseler Dokumentarfilmfest 2006

2006 | Kino-Dokumentarfilm | Digi Beta / 35 mm | 90 Min. | Farbe + sw

Team

Buch/Regie Paul Meyer
Kamera Uli Fischer
Ton Volker Zeigermann
Regiesassistenz Yvonne Engist-Kern
Schnitt Barbara Toennishen, Dagmar Kamlah
Musik Martina Schwarz
Produzent Herbert Schwering

 



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